Sachmessung · Fazit

Welches KI-Modell für welche Arbeit?

12 Modelle von 5 Anbietern, 38 Aufgaben aus dem Arbeitsalltag. Gemessen im Assistenten von build.jetzt, Stand Oktober 2026.

Die kurze Antwort

  • Basis
    Für kurze Büroarbeit reicht die günstigste Klasse.

    Mails, Zusammenfassungen, Agenden, kurze Recherchen, auch ein Dokument mit 20 Seiten. 8 von 12 Modellen lösten 23 oder 24 von 24 Aufgaben, darunter GPT-6 luna und Claude Haiku 5.5 aus der Klasse Basis. Aber Basis ist nicht gleich Basis: Claude Haiku 4.5 löste 10.

    • GPT-6 luna
    • Claude Haiku 4.5
    • Claude Haiku 5.5
    • gpt-oss-120bDE
  • Allrounder
    Für lange Chats und große Tabellen lohnt die mittlere Klasse.

    Hier trennt sich das Feld. 5 Modelle lösten 7 oder 8 der 8 Aufgaben, 3 davon sind Allrounder: Claude Sonnet 5.5, Gemini 3.8 Flash und DeepSeek V4 Flash. Aus der Klasse Basis gelang das nur Claude Haiku 5.5, im Nachtest mit 8 von 8. Mit diesem Modell reicht auch hier Basis, mit GPT-6 luna (5 von 8) nicht.

    • Gemini 3.8 Flash
    • Claude Sonnet 5.5
    • DeepSeek V4 FlashEU
    • Gemma 4DE
  • Premium
    Die teure Klasse zahlt sich bei kreativer Arbeit aus.

    Claude Opus 5.5 stand in allen 12 Blindvergleichen im besten Drittel. Bei Büroarbeit, langen Aufgaben und Zahlen lösten die Premium-Modelle nicht mehr als die Allrounder.

    • Claude Opus 5.5
    • GPT-6 sol
    • GLM 5.2EU
    • Qwen 3.8DE
  • Spitze
    Die Spitzenmodelle wurden nicht gemessen. Sie haben gemessen: als Richter.

    Ein KI-Richter bewertet Antworten aus dem eigenen Haus etwas besser als fremde. Deshalb urteilten drei Richter, je einer von OpenAI, Google und Anthropic, und es gilt, was zwei von drei sagen.

    • GPT-6 astra
    • Gemini 3.1 Pro*
    • Claude Fable 5.1

EU betrieben bei Scaleway in Paris. DE betrieben bei STACKIT in Deutschland. Ohne Kennung: beim Hersteller selbst, ohne festen Standort. * Gemini 3.1 Pro führt build.jetzt in der Klasse Premium. Es war Richter und wurde selbst nicht gemessen.

Welche Klasse wofür

Je Feld die kleinste Klasse, die in der Messung gereicht hat, und das Modell, das es gezeigt hat. Die Spalte richtet sich danach, wo das Modell betrieben werden muss.

ArbeitStandort egalStandort EUStandort Deutschland
Mail, Zusammenfassung, Agenda, kurze RechercheBasisGPT-6 luna23 von 24 gelöstAllrounderDeepSeek V4 Flash24 von 24 gelöstAllrounderGemma 421 von 24 gelöst
Ein langes Dokument auswertenVertrag, Angebote, bis rund 20 SeitenBasisGPT-6 lunabeide Dokumente gelöstAllrounderDeepSeek V4 Flashbeide Dokumente gelöstAllrounderGemma 4beide Dokumente gelöst
Lange im selben Chat arbeitenzehn und mehr Nachrichten, viele ÄnderungenBasisClaude Haiku 5.5beide Chats gelöst, im Nachtest. GPT-6 luna nicht, dann Claude Sonnet 5.5 (Allrounder)AllrounderDeepSeek V4 Flashbeide Chats gelöstKeine KlasseKein Modell löste beide Chats. Frühe Vorgaben wiederholen.
Tabelle bis etwa 100 Zeilennachrechnen, abgleichenBasisGPT-6 lunabeide Tabellen gelöstAllrounderDeepSeek V4 Flashbeide Tabellen gelöstAllrounderGemma 4beide Tabellen gelöst
Tabelle mit mehreren hundert Zeilenzählen, summieren, vergleichenBasisClaude Haiku 5.5300 Zeilen gelöst, im Nachtest. Trotzdem nachrechnen.PremiumGLM 5.2300 Zeilen gelöst. Trotzdem nachrechnen.Keine KlasseKein Modell löste die 300 Zeilen. Vorher in Excel verdichten.
Texte und Ideen, die wirken sollenKampagne, Geschichte, Skript, BildideePremiumClaude Opus 5.512 von 12 Mal im besten DrittelAllrounderDeepSeek V4 Flash6 von 12 Mal im besten Drittel, GLM 5.2 (Premium) ebensoKeine EmpfehlungDie Modelle lagen im Mittelfeld. Mehrere fragen, selbst auswählen.

Eine Klasse für alles

Wer nicht je Aufgabe umschalten will, fährt mit dem Allrounder am besten. Je Standort das Modell mit dem breitesten Ergebnis:

Standort egalAllrounderClaude Sonnet 5.523 von 24 Büroaufgaben, 8 von 8 langen und zahlenlastigen, kreativ gemessen. Claude Haiku 5.5 (Basis) kam auf 24 und 8, ist kreativ aber nicht gemessen.
Standort EUAllrounderDeepSeek V4 Flash24 von 24 Büroaufgaben, 7 von 8 langen und zahlenlastigen
Standort DeutschlandAllrounderGemma 421 von 24 Büroaufgaben, 5 von 8. Mit den Lücken aus dem Raster.

Nicht nehmen: Claude Haiku 4.5 und gpt-oss-120b.

Was die Messung zeigt

Sieben Aussagen, jede mit der Zahl, die sie belegt. „Gelöst“ heißt: In zwei Versuchen war höchstens ein Prüfpunkt verfehlt. So ein Ergebnis lässt sich mit einem kurzen Blick oder einer kleinen Korrektur verwenden.

8von 12 Modellen

Für kurze Büroarbeit reicht die Klasse Basis. 8 Modelle lösten 23 oder 24 von 24 Aufgaben, darunter GPT-6 luna und Claude Haiku 5.5 aus der günstigsten Klasse. Wer von den 8 vorn liegt, lässt sich nicht sagen: Die Aufgaben waren für alle zu leicht. Büroalltag

10 · 24von 24

Basis ist nicht gleich Basis. Claude Haiku 4.5 und gpt-oss-120b fielen überall durch: 10 und 15 Büroaufgaben, zusammen 1 von 16 langen und zahlenlastigen. Beide stehen in der Klasse Basis, wie GPT-6 luna mit 23. Am 7. Oktober erschien Claude Haiku 5.5, der Nachfolger von Haiku 4.5. Im Nachtest am selben Abend löste es alle 24 Büroaufgaben und alle 8 langen und zahlenlastigen und übersah keinen Haken. Ein Modellwechsel am Erscheinungstag macht aus dem Schlusslicht ein Spitzenmodell, in derselben Klasse. Haiku 4.5 lief in build.jetzt ohne Denkstufe, Haiku 5.5 denkt mit. Die kreativen Aufgaben sind für Haiku 5.5 nicht gemessen. Alle Modelle im Büroalltag

11 · 6von 12 Modellen

20 Seiten Material sind kein Problem, lange Chats schon. Den Vertrag mit 23 Seiten lösten 11 Modelle, den Projektplan über zwölf Nachrichten 6. In 8 von 24 Versuchen ging eine Vorgabe verloren, die früh und nebenbei gefallen war. Lange Aufgaben

10 · 9 · 5von 12 Modellen

Bei großen Tabellen verrechnen sich die meisten Modelle. 40 Positionen lösten 10 Modelle, 119 Rechnungen 9, die Liste mit 300 Zeilen nur 5. Gemessen ohne Rechenwerkzeug; seit dem 18. Oktober 2026 rechnet build.jetzt über angehängte Tabellen in einer Datenbank, nicht im Modell. Zahlen

94 %ohne Zusatz

Drei Modelle erfinden fast nie eine Zusage. GPT-6 luna (Basis), GPT-6 sol (Premium) und Gemma 4 (Allrounder, Deutschland) fügten in 94, 94 und 91 % der Versuche nichts hinzu, was nicht vorgegeben war. Alle anderen liegen zwischen 46 und 78 %. Teurer heißt hier nicht genauer. Nichts hinzufügen

12 / 12bestes Drittel

Bei kreativer Arbeit gewinnt Premium. Claude Opus 5.5 stand in jedem Blindvergleich im besten Drittel, in 11 von 12 auch bei beiden Richtern anderer Anbieter. Keines der gemessenen Modelle der Klasse Basis kam ein einziges Mal dorthin. Claude Haiku 5.5 ist hier nicht gemessen. Kreativ

24 / 24Standort EU

Der Standort EU kostet keine Leistung, der Standort Deutschland hat Lücken. DeepSeek V4 Flash (Allrounder, bei Scaleway in Paris) löste 24 Büroaufgaben und 7 von 8 langen und zahlenlastigen, so viele wie die stärksten Modelle ohne Standortbindung. Bei STACKIT in Deutschland ist Gemma 4 (Allrounder) das stärkste Modell mit 21 und 5. Keines der drei Modelle bei STACKIT löste die 300 Zeilen oder beide langen Chats. Alle 12 Modelle

Zu den Standorten: EU heißt in dieser Messung Scaleway in Paris, Deutschland heißt STACKIT. Gemessen sind nur die Modelle, die build.jetzt über diese zwei Anbieter bezieht. Über andere Anbieter in der EU und in Deutschland sagt die Messung nichts.

Die zwölf Modelle in drei Gruppen

Eine Rangliste von 1 bis 12 gibt die Messung nicht her: Ein Abstand von ein bis drei Aufgaben zwischen zwei Modellen ist Zufall. Drei Gruppen trägt sie sicher. Innerhalb einer Gruppe ist die Reihenfolge keine Rangfolge.

ModellBüro
von 24
Lang und Zahlen
von 8
Die Lücke
Durchgehend stark23 oder 24 Büroaufgaben, 7 oder 8 der langen und zahlenlastigen
BasisClaude Haiku 5.5Anthropic · Standort egal248Kam erst im Nachtest am 7. Oktober dazu. Kreativ nicht gemessen.
AllrounderClaude Sonnet 5.5Anthropic · Standort egal238Fügt öfter etwas hinzu: nur 68 % der Versuche ohne Zusatz.
AllrounderGemini 3.8 FlashGoogle · Standort egal237Kennzahlen deuten nicht gelöst. 58 % der Versuche ohne Zusatz.
AllrounderDeepSeek V4 FlashScaleway · Standort EU (Paris)247Die Tabelle mit 300 Zeilen nicht gelöst.
PremiumClaude Opus 5.5Anthropic · Standort egal247Kennzahlen deuten nicht gelöst. Kreativ das stärkste Modell.
Stark bei kurzer Arbeit, mit Lücken20 bis 24 Büroaufgaben, 5 oder 6 der langen und zahlenlastigen
BasisGPT-6 lunaOpenAI · Standort egal235Projektplan im langen Chat, Kennzahlen und 300 Zeilen nicht gelöst.
PremiumGPT-6 solOpenAI · Standort egal246Projektplan im langen Chat und 300 Zeilen nicht gelöst.
PremiumGLM 5.2Scaleway · Standort EU (Paris)236Beide langen Chats nicht gelöst.
AllrounderGemma 4STACKIT · Standort Deutschland215Projektplan im langen Chat, Kennzahlen und 300 Zeilen nicht gelöst.
PremiumQwen 3.8STACKIT · Standort Deutschland205Fügt in mehr als der Hälfte der Versuche etwas hinzu (46 % ohne Zusatz).
Durchgefallenin allen vier Bereichen
BasisClaude Haiku 4.5Anthropic · Standort egal101Kreativ 10 von 12 Mal im schwächsten Drittel. Lief ohne Denkstufe, das Modell kennt keine.
Basisgpt-oss-120bSTACKIT · Standort Deutschland150Kreativ 12 von 12 Mal im schwächsten Drittel. Übersah 5 von 7 versteckten Haken.

Lang und Zahlen: vier lange Aufgaben (zwei Dokumente, zwei Chats) und vier Tabellen. Alle Zahlen je Modell und Bereich stehen im Bericht.

Was die Messung nicht beantwortet

  1. Wer das beste Modell ist. Zwei bis drei Versuche je Aufgabe zeigen grobe Unterschiede, keine feinen Ränge. Deshalb stehen hier Gruppen und Klassen, keine Rangliste.
  2. Wie es in einem anderen Setup aussieht. Gemessen wurden die Modelle so, wie build.jetzt sie im Oktober 2026 aufruft. Andere Anweisungen, andere Werkzeuge oder eine andere Denkstufe können andere Ergebnisse bringen. Wechselt ein Modell in build.jetzt, wird neu gemessen.
  3. Was nicht im Test war. Dokumente mit mehr als 20 Seiten, das Rechenwerkzeug, das build.jetzt seit dem 18. Oktober 2026 hat, und die Klasse Spitze. Deren Modelle waren die Richter.
  4. Was ein Modell kostet. Das ist getrennt gemessen und steht in der Kostenanalyse. Beides wird hier bewusst nicht zu einer Rechnung verbunden.

Wie gemessen wurde

Ranglisten aus dem Netz messen Rätsel und Programmieraufgaben, nicht die Mail an einen verärgerten Kunden. Deshalb eine eigene Messung: 38 Aufgaben aus dem Arbeitsalltag einer erfundenen Firma für Gebäudetechnik, jede als kurzes Gespräch, wie im Chat gearbeitet wird. Jedes Modell löste jede Aufgabe mindestens zweimal, Claude Haiku 5.5 alle außer den kreativen.

38Aufgaben: 24 Büro, 4 lang, 4 Zahlen, 6 kreativ
3.045einzelne Antworten, rund 463.000 Wörter
über 8.900Einzelurteile, jedes Nein mit Zitat

Prüfpunkte statt Gesamturteil. Zu jeder Aufgabe standen vor dem Lauf vier bis sieben Prüfpunkte fest: Wortgrenze eingehalten, Betrag richtig, Haken bemerkt, nichts hinzugefügt. Was sich zählen lässt, zählte ein Programm. Den Rest beurteilten GPT-6 astra (OpenAI) und Gemini 3.1 Pro (Google) unabhängig voneinander. Waren sie uneins, entschied Claude Fable 5.1 (Anthropic). Die Richter sahen keine Modellnamen.

Kreative Arbeit im Blindvergleich. Für eine Kurzgeschichte gibt es keine richtige Lösung. Dort brachten die drei Richter alle elf Antworten ohne Namen in eine Reihenfolge, daraus wurden Drittel. Wie die Richter dabei urteilen und was ein menschlicher Leser dazu sagt, steht im Kapitel Kreativ.

Ein Nachtest. Claude Haiku 5.5 erschien am 7. Oktober, nach dem Hauptlauf. Es lief am selben Abend durch die Büroaufgaben und die langen und zahlenlastigen, mit denselben Prüfpunkten und denselben Richtern. Antworten von GPT-6 luna aus dem Hauptlauf liefen ohne Namen mit. Die Richter beurteilten sie 32 von 32 Mal wie zuvor. Damit sind die Zahlen mit dem Hauptlauf vergleichbar.

Ein Mensch an drei Stellen. Rico Loschke hat die Aufgaben freigegeben, nach dem ersten Lauf festgelegt, ab wann eine Aufgabe als gelöst gilt, und die kreativen Antworten selbst blind gelesen. An den Urteilen der Richter wurde nichts geändert.

Jede Aufgabe mit ihren Prüfpunkten, jedes Urteil mit Beleg, alle Korrekturen und Pannen stehen im Bericht. Die Messung lief vom 3. bis 5. Oktober 2026, Nachtest am 7. Oktober, 23 Stunden Rechenzeit, rund 200 $.

Eigene Teststrecke aufbauen

Die Rohdaten gibt es nicht zum Herunterladen. Was es gibt: Austausch über das Vorgehen. Wie Aufgaben mit eingebautem Haken entstehen, wie Prüfpunkte gefasst sein müssen, damit Richter sie gleich lesen, was schiefging und was heute anders liefe. Für alle, die für das eigene Unternehmen eine Teststrecke aufbauen wollen.

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